Arches, Canyonland, Capitol Reef ...
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Donnerstag
& Freitag, 16. & 17. September 2004 |
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| Klaus: Wir ändern kurzentschlossen unsere Reiseplanung für den heutigen Tag. Ursprünglich wollten wir nach Mesa Verde fahren, Bauruinen der Indianer aus dem 13. Jahrhundert. Doch zum einen haben wir schon ein paar dieser "Klippenhäuser" gesehen, und zum anderen ist es eigentlich nicht gerade spektakulär, sich primitive Felswohnungen anzuschauen, die zu einer Zeit entstanden sind, als man in Europa bereits an riesigen Kathedralen baute. Wir lassen also das Monument Valley im Land der Navajos hinter uns, aber die roten Tafelberge bleiben uns vorerst treu. Im Valley of the Gods haben wir eine ähnliche, wenn nicht gar imposantere Kulisse als im Monument Valley. Wieder einmal fahren wir entlang einer Schotterstraße, die uns entlang der roten Berge mit ihren harten Abbruchkanten bringt. Dichte Staubwolken hinter uns stauben die entgegenkommenden Autos ein, was leider auch dazu führt, dass wir ebenfalls immer wieder in einer roten Sandwolke unterwegs sind - dabei ist der Staub so fein, dass er durch geschlossene Fenster, Türen und Klappen eindringt. Im Kofferraum hat sich der feine Staub bereits auf Kocher, Stühle, Lampe und Taschen gelegt. Das bedeutet, es ist mal wieder Wagenwäsche angesagt - innen und außen. Im Natural Bridges National Monument erwarten uns drei riesige Steinbrücken. Diese unterscheiden sich von anderen Bögen (z. B. im Arches National Park) dadurch, dass sie von fließendem Wasser unterspült und nicht durch quasi "trockene" Felsstürze geformt worden sind. Wie in fast jedem Park führt eine gut ausgebaute Straße entlang der Sehenswürdigkeiten und durch kurze Fußwege erschließen sich die filigranen Bauwerke der Natur. Am Abend erwartet uns zwar mal wieder ein Campingplatz ohne Wasser, dafür aber mit einem geradezu riesigen "Grundstück" - wir können die Camper auf den anderen Plätzen noch nicht einmal sehen, obwohl diese Plätze durchaus besetzt sind!
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Samstag
bis Montag, 18. bis 20. September 2004 |
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Klaus: "Man spricht Deutsch!" Als wir im Norden der USA unterwegs waren, hätten wir uns das ein oder andere Mal über Stimmen aus der Heimat gefreut. Dort haben wir uns fast ausschließlich mit den Amis auf Englisch unterhalten, höchstens mal mit einem ausgewanderten Kanadier auf Deutsch. Mittlerweile haben wir auf den Campingplätzen und bei den Sehenswürdigkeiten das Gefühl, wir wären in Deutschland! 50 % aller Leute um uns herum sprechen sächsisch, norddeutsch, bayerisch oder hochdeutsch. Ein paar Mal bin ich heute bei unseren Wanderungen versucht, die Entgegenkommenden mit "Mahlzeit" statt mit "Hi" anzusprechen. Ein weiteres Unikum in Amerika ist, dass sich wahre Menschenmassen an den bekannten Aussichtspunkten treffen, sobald man jedoch ein kurzen Pfad abseits geht, ist man ganz für sich allein. Die Deutschen haben wohl zu wenig Zeit (immerhin müssen in den drei Wochen 143 Sehenswürdigkeiten abgehakt werden) und die Amis sind einfach zu fußfaul. Wir haben ganze zwei Tage für den Arches National Park eingeplant. Endlich wollen wir wieder wandern. Am Samstag geht es hinauf zum Delicate Arch, ein turmhoher Steinbogen, den man nicht nur freistehend auf dem riesigen, rosafarbenen Felsplateau sehen kann, sondern auch auf jedem Nummernschild von Utah, dessen Wahrzeichen er ist. Danach erwandern wir uns die Windows Section (hat ausnahmsweise nichts mit Bill Gates zu tun) und sehen mehrere Steinbögen direkt nebeneinander. Ein Naturwunder ganz andere Art ist dann die sogenannte Park Avenue - ein enger Canyon dessen Felsformationen zur rechten und linken Seite an die Skyline von New York erinnern sollen.
Bereits beim Abendessen
auf dem Campingplatz stürmt es ganz schön um unseren Grill und ich
muss aufpassen, dass die Flammen nicht mein T-Shirt anfackeln.
Schließlich verziehen wir uns in den Bus. Wie sich zeigt, gerade noch
rechtzeitig: Ein richtiger Sandsturm tobt um unser Auto; als ich kurz
vor die Türe gehe, habe ich schnell Augen und Mund gefüllt mit dem
feinen Staub, recht schnell deckt sich ein feiner Sandfilm über die
Innenreinrichtung unseres Wagens - sogar das Notebook kommt in den
Genuss einer ausführlichen Sanddusche. Schließlich setzt kräftiger
Regen ein, schlägt so stark gegen unser Wagendach, dass wir
schließlich unser Dachzelt zumachen müssen. Nun quält uns in der
Nacht die Hitze und die Idee, die Türe einen kleinen Spalt offen zu
lassen, wird damit belohnt, dass ich morgens auf einem regennassen
Kopfkissen und mit feuchter Bettdecke aufwache!!!
Doch bereits auf dem Weg zum Canyonlands National Park lichten sich die Wolken und wir genießen wieder einen herrlichen Wandertag in und an den Schluchten des Colorado River.
Wanderischer
Höhepunkt im Arches National Park - wenn nicht gar unserer ganzen
USA-Tour - sind die knapp 11 km durch den Devils Garden. Der
rosafarbene Sandstein wurde hier Laufe von Millionen Jahren durch Wind,
Wasser und Eis glattgeschliffen und hat eine sanft geschwungene Fels- und
Tallandschaft geschaffen, mit engen Schluchten, schmalen Felswänden und
weit geschwungenen Steinbögen, die teilweise eine Spannweite von 100 m
haben, wie der Landscape Arch, oder übereinander liegen wie der
Double-O-Arch. Von hier führt ein primitiver Pfad zurück zum Parkplatz,
der seinen Namen wirklich verdient hat. Teilweise geht es fast senkrecht
den Felsen hinab, so dass die Sohlen kaum noch Halt finden. Einmal sogar
mit einem tiefen Wasserbecken am Fuße, dass ich nur durch einen beherzten
Sprung meistere, während Petra mal kurz mit dem linken Fuß die
Wassertemperatur antestet. |
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Dienstag,
21. September 2004 |
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Klaus: Ich glaube, wir sind ein bisschen reisemüde geworden. Immer häufiger gehen uns die "Ah's" und "Oh's" aus. Liegt es daran, dass wir nun schon seit dem 25. März, also seit fast 6 Monaten, unterwegs sind? Schlagen einem 2 1/2 Wochen Canyons oder 1 Monat ohne richtige Bäume aufs Gemüt? Geht einem die geballte Ladung Touristen hier im Südwesten auf den Keks? Oder kommt alles zusammen? Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass wir fast täglich auf Achse sind, mit fremden Eindrücken regelrecht bombardiert werden, so viel Neues sehen und einfach nicht die Zeit haben, alles richtig zu verarbeiten. Gut, dass wir uns Beide haben. So kann man sich jeden Tag miteinander austauschen, spricht über Gefühle und Eindrücke, lacht gemeinsam über Erlebtes und holt sich die letzten Tage, Wochen und Monate immer wieder in Erinnerung. Nicht, dass jetzt der Eindruck entsteht, uns ginge es schlecht - nein, ganz und gar nicht, aber wir würden uns jetzt einfach auf eine Ruhepause vom Reisen freuen. Wer hätte das vor einem halben Jahr gedacht? Doch die Ruhepause wird schon bald kommen: Wir haben nämlich über Internet gerade zwei Hotelübernachtungen in Las Vegas gebucht und wollen uns vor Ort in der Stadt um noch drei weitere Urlaubstage kümmern. Fünf Tage, in denen wir dann nichts anderes machen werden, als Stadt- und Hotelbummel sowie faules Herumhängen am Pool. Doch, wie soll es anders sein, vorher haben wir noch ein strammes Programm mit drei National Parks zu bewältigen, wobei der Capitol Reef National Park, der für heute auf dem Programm steht, im Besonderen durch eine Schlucht besticht, durch die wir über eine Schotterstraße zum Capitol Gorge fahren. Während man die meisten Canyons nur von oben besichtigen kann, fahren wir hier mit dem Auto am Boden der Schlucht entlang, während der rosa Sandstein wie mit dem Messer abgeschnitten direkt neben einem 50 bis 100 m steil aufragt. Gut, dass es nicht regnet, denn sonst würde das Regenwasser dort seinen Weg findet, wo gerade unser Auto entlang fährt. Eine Gefahr, auf die auf etlichen Schildern hingewiesen wird. Doch das eigentliche Highlight heute ist gar nicht der National Park, sondern die Fahrt über die Straße #12 durch das Grand Staircase-Escalante National Monument. Entlang der Straße reihen sich Schluchten und bizarre Felsformationen, Tafelberge und graue Hügel, die aussehen, als hätte sie ein Betonlaster dort abgekippt. Dann schwingt sich der Highway 12 auf zum Boulder Mountain in grüne, kühle Höhen und überquert die Berge auf fast 3.000 Meter Höhe. Im Wagen springt unser Frostwarner an und wir sehen den ersten, leichten Schnee links und rechts auf den Bäumen liegen. Doch den schönsten Anblick bieten uns die vielen Birkenbäume, die sich bereits herbstlich gelb und rot verfärbt haben - vielleicht ein bisschen Heimweh nach der Heimat, wo jetzt der Herbst beginnt! |
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